Ja zum Döppersberg Umbau

Wir möchten denjenigen, die wider besseren Wissens immer wieder Gegenteiliges behaupten, ein klares Statement entgegensetzen: Wir sind für den Döppersberg Umbau!
Was wir kritisieren, ist eine Kamikazepolitik mit unkalkulierbaren Folgen für Wuppertal.

Es sei klar gesagt: So genannte „Projektgegner“ sind in den allermeisten Fällen keine Projektgegner! Der Großteil aller bislang geäußerten Kritik richtet sich nicht etwa gegen eine Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes, sondern gegen eine Politik, die bislang offenkundig desaströs geplant hat und eine Kommunikation betreibt, die noch immer verschleiert und verschweigt, statt zu informieren. Politik und Verwaltung haben einen maßlosen Image-Schaden für das einstmals weithin akzeptierte Projekt angerichtet und sind nun offenbar willens, den bisher eingeschlagenen Weg in ein Chaos unkalkulierbarer Mehrkosten und einer Sperrung der B7 unbeirrbar fortzusetzen.

Welches Loch hätten Sie denn gern?

Die Wahl, vor der Wuppertal zu stehen scheint, ist die zwischen Pest und Cholera: Schreckensszenario 1 ist ein Baustopp, der ein unvollendetes Bauloch vor dem Bahnhof zur Folge haben könnte. Schreckensszenario 2 resultiert dagegen aus der nicht unbegründeten Annahme, dass auch die bislang prognostizierten 35 Millionen Mehrkosten bei weitem nicht ausreichen werden, um die Planungen zu realisieren. Wuppertal hat also zurzeit die Wahl zwischen einem langjährigen Bauloch auf der einen Seite und einem ebenso langjährigen 200 bis 300 Millionen Euro großen Haushaltsloch auf der anderen.
Kein gescheiter Mensch kann sich vor diesem Hintergrund auf die eine oder die andere Seite schlagen: Es braucht einen dritten Weg, um eine verantwortbare Lösung zu finden!

Neuorientierung statt Taktik

Im Sinne einer optimalen Strategie zur Zukunftsgestaltung Wuppertals – und zum Umbau des Döppersberg – ist der im Raum stehende Bürgerentscheid sicher keine gute Lösung. Es scheint momentan jedoch die einzige zu sein, um den Wahnsinn erst einmal zu bremsen und Zeit zu gewinnen. Die Sorgen von Bürgern und Kritikern ernst zu nehmen und im weiteren Vorgehen zu berücksichtigen, wäre somit die effektivste Strategie, einem möglichen Bürgerentscheid die Grundlage zu entziehen.
Aktuell konzentriert sich die Politik jedoch mehr auf Taktiererei zur Verhinderung eines erfolgreichen Bürgerbegehrens als auf eine Neuorientierung bei der eigentlichen Problemstellung: Von Einsicht und dem ernsthaften Willen, eine tragfähige Lösung zu entwickeln, ist zurzeit leider (noch) nichts zu erkennen.

Politik und Verwaltung in Wuppertal – bitte macht was anders!

Es ist wenig förderlich, sich hinter Schutzbehauptungen wie „Es gibt keine Alternativen!“ oder „Dann sind die Fördergelder weg!“ etc. zu verstecken. So wird es beispielsweise kaum im Interesse eines Fördergeldgebers liegen, auf eine konsequente Umsetzung aller Forderungen zu beharren, um die Stadt Wuppertal in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben. Erforderlich sind daher Gespräche, um Spielräume auszuloten und mit Kreativität und Intelligenz Alternativen zu finden. Da Kommunikation offenbar nicht die größte Stärke von Politik und Verwaltung zu sein scheint, braucht es möglicherweise einen Schlichter – eine neue glaubwürdige Instanz, die Vertrauen schafft – denn Glaubwürdigkeit und Vertrauen hat die politische Vertretung weitreichend verspielt.
Es muss eine Lösung gefunden werden, die sowohl eine Weiterführung des Döppersberg-Umbau zulässt, als auch dafür Sorge trägt, dass Wuppertal langfristig handlungsfähig bleibt.
Es ist nötig, endlich zur Besinnung zu kommen und den besagten dritten Weg zu suchen. Dass es nicht einfach wird, diesen Weg zu finden, steht außer Frage. Umso dringender ist es, endlich zu beginnen!

Advertisements