„Stadtwandel als Chance“? Ein Blick von außen…

StadtwandelAm 28. November 2013 veranstaltet das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie eine Fachtagung unter dem Titel „Stadtwandel als Chance – für Klima, Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität“. Daniel Fuhrhop, ehemaliger Inhaber des Berliner Stadtwandel Verlages engagiert sich heute mit seinem Blog „Verbietet das Bauen“ für einen sinnvollen Stadtwandel in Zeiten des Klimawandels. Anlässlich seiner Teilnahme an der Tagung des Wuppertal Instituts veröffentlichte er einen kurzen Film über die Entwicklungen in Wuppertal.

Das Thema Wuppertaler City-Arkaden beschäftigt Daniel Fuhrhop übrigens schon länger: Bereits 1998 verfasste er seinen ersten Text zu diesem Thema, den Sie hier noch einmal lesen können:

Wuppertal: City-Arkaden zerstören die City

Vorbemerkung 2013:

Als 1998 in Wuppertal das Shopping-Center „City Arkaden“ von ECE eröffnete, schrieb ich den nachfolgenden Text. Im Nachhinein lässt sich sagen: meine damaligen Vorhersagen, wie sich der Schwerpunkt des Einzelhandels in der Elberfelder Innenstadt ändern würde, trafen grob gesagt leider zu, auch wenn es sich im Detail anders entwickelte. So hat der Handel in der Tat an denjenigen Randbereichen der Innenstadt gelitten, die dem Center entgegengesetzt liegen – in den Ladenlokalen um den im Text erwähnten “Sasse”-Spielwarenladen sind heutzutage keine Einzelhändler mehr, sondern Restaurants und Bars. Den Hertie gibt es ebenfalls nicht mehr, allerdings haben dort neue Händler aufgemacht.  Und der Bereich südwestlich des Walls beginnt genau dort, wo 2013 dann das ehemalige “Koch am Wall” leersteht. Hier also der Text von 1998.

Die City-Arkaden zerstören die City (1998)

Wuppertals Innenstadt rund um die Elberfelder Fußgängerzone ist nicht sehr schön, und der Ein-zelhandel dort funktioniert nicht sehr gut. Beides werde sich zukünftig bessern, meint Oberbürger-meister Kremendahl, denn die Stadt hat entschieden, dass das Shopping-Center-Unternehmen ECE die ‘City-Arkaden’ bauen darf, zwischen Alter Freiheit und Hofaue, direkt neben dem bestehenden Stadtzentrum. Das Zentrum werde von dem ECE-Center profitieren, heißt es, und angeblich sei die Entscheidung umso glücklicher, da zugleich dem amerikanischen Multi McArthur Glen verboten wurde, auf dem Eskesberg ein Factory-Outlet-Center zu bauen, und somit weitere Konkurrenz außerhalb der Stadtmitte verhindert wurde. Welch Irrglaube, in diesen Entscheidungen einen Gewinn für die Stadt zu sehen! Beelzebub wurde vom Eskesberg verjagt – aber gleichzeitig reitet der Teufel in Elberfelds Mitte ein, und wird sogar mit Fanfaren und Posaunen begrüßt, als vermeintlicher Retter der Innenstadt und des Handels. Nein, nicht verbessern werden die City-Arkaden die City, sondern zerstören – und das gleich in zweifacher Hinsicht.

ECE Wuppertal
Zum einen zerstört das ECE-Center die Wirtschaft des Stadtzentrums, den bisher dort bestehenden Handel. Dieser mag zwar auf den ersten Blick viel stärker gefährdet erscheinen durch Einkaufszentren außerhalb des Zentrums oder ‘auf der grünen Wiese’, und die dortigen Zentren sind in der Tat eine harte Konkurrenz. Aber bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, daß gerade die innerstädtischen Shopping-Center viel mehr zerstören können: Wenn erst einmal ein großes ECE-Center mitten in der Stadt sitzt, wie zum Beispiel das Allee-Center in Remscheid, dann werden viele Menschen bei ihrem Einkaufsbummel nur in dieses Center gehen, aber nicht in die Handelsstraßen rundherum. Ein Shopping-Center belebt also nicht die Innenstadt, wie die Center-Unternehmen es behaupten, sondern es saugt die Kundenströme aus der Umgebung ab.
Als Folge davon wird der bestehende Handel zerstört, und das wiederum zerstört letztlich auch die städtischen Qualitäten von Elberfelds Mitte; denn der Handel beeinflusst immer das ‘Städtische’. Dieses Städtische oder Urbane lässt sich viel schwerer beschreiben und definieren als die wirtschaftlichen Veränderungen, und doch wirkt die Zerstörungskraft der Shopping-Center auf beiden Ebenen: Wirtschaftlich gesehen jagt das Center dem beste-henden Handel Kunden ab. Zwar ist im Einzelfall schwer zu berechnen, wie sehr ein neues Center einer bereits bestehenden Handelsgegend schadet, oder gar einem bestimmten Händler. Aber insgesamt ist der Schaden eindeutig nachzuweisen, denn die gesamte Menge an Geld, die die Menschen in einer Stadt ausgeben, ist relativ konstant – ‘der Kuchen wird nicht größer’, wenn das Center sich das beste Stück herausschneidet. Und ECE wird sich mit den City-Arkaden ein verdammt großes Stück der örtlichen Kaufkraft einverleiben, das ist eine Lehre aus den bisherigen 55 Centern. ECE ist das größte deutsche Center-Unternehmen, und voraussichtlich übersteigen die Umsätze in seinen Centern in diesem Jahr erstmals die Umsätze von Karstadt, dem größten deutschen Warenhauskonzern.
Der wirtschaftliche Siegeszug aller Shopping-Center ist zugleich beeindruckend und beängstigend, genauso wie die Größe der einzelnen Center: 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen die City-Arkaden aufweisen, damit lassen sich nach einer Daumenregel des Handels 20.000 Menschen komplett versorgen, etwa alle Einwohner von Wuppertals Stadtteil Vohwinkel. Die City-Arkaden verändern durch ihr Gewicht den Schwerpunkt der ge-samten Elberfelder Innenstadt nach Osten. Shopping-Center liegen häufig am Rande des bestehenden Zentrums, aber sie sind kein Teil davon, sondern wollen es ersetzen. So war es schon beim Shopping-Center Rathaus-Galerie im Norden der Stadtmitte, neben Kaufhof und Hertie, zwei weiteren Kundenmagneten. Insgesamt verlagern sich die Menschen- und Kundenströme in den nord-östlichen Bereich. Die Verlierer sitzen in der südwestlichen Fußgängerzone: die ohnehin schlecht funktionierenden Einkaufspassagen an der Wupper gegenüber der Sparkasse, sowie der gesamte Bereich westlich vom Wall, von der unattraktiven Kaufhalle bis zum ehemaligen Sasse-Haus. Hier werden die Läden noch schneller ihre Besitzer wechseln als bisher, und mehr und mehr Läden werden leerstehen. Im schlimmsten Fall wird auch einer der großen Anbieter Pleite machen: Vor einigen Jahren erwischte es Cramer & Meermann, das nächste und größte Opfer könnte Hertie werden. Und wenn das eintritt, wer soll dann deren großes Haus sinnvoll neu nutzen? Es wird die ganze Gegend lähmen, so wie jeder unattraktive oder gar leerstehende Laden die Gegend negativ beeinflusst.
Noch mag dieses Schreckensszenario unwahrscheinlich wirken, aber man kann nicht ständig neue Gegenden ‘entwickeln’, und zugleich darauf vertrauen, dass in der bestehenden Stadtmitte alles beim alten bleibt. Die bestehende Innenstadt Elberfelds ist nicht sonderlich attraktiv, und manches muss auf jeden Fall schöner und besser werden. Aber nun ausgerechnet von den City-Arkaden eine städtebauliche Verbesserung zu erhoffen, ist ein Irrglaube: Trotz allen architektonischen Schrecklichkeiten, die Elberfelds Fußgängerzone versammelt, besteht sie zumindest aus offenen Straßen; es ist ein klassisch europäisches Stadtzentrum, mit Stadtplätzen, wo sich an manchen Sommertagen die Menschen versammeln, unter freiem Himmel, offen für alle. Ein Shopping-Center wird diese städtischen Qualitäten nie erreichen. Zwar sind einige neue Center relativ städtisch, wie schon die Rathaus-Galerien, und wie es mehr noch die Clemens-Galerien in Solingen sein werden. Doch trotz des jeweiligen Vorzeige-Cafés, und egal wieviel Glas an die Fassade gesteckt wird und Durchlässigkeit vortäuschen soll, so beruht das Konzept eines Centers immer auf Abgeschlossenheit und Abschließbarkeit. Es ist eine umgrenzte künstliche Welt, die sich nur dort nach außen öffnet, wo die Menschenströme des benachbarten Stadtzentrums optimal abgesaugt werden können.
Die Folge dieses Saugmechanismus ist der wirtschaftliche Niedergang weiter Teile der Innenstadt, und damit einhergehend der städtische Verfall dieser Gegend. Es wurden schon stärkere und scheinbar stabilere Zentren von den Shopping-Centern erobert – in Berlins Osten wird mittlerweile jede vierte Mark in Centern ausgegeben, bald wird es jede dritte sein. Um wieviel zerstörerischer wird das ECE-Center in Wuppertal wirken, wo es auf ein labiles Umfeld trifft, auf eine jetzt schon zu großflächige Stadtmitte, die an vielen Ecken Probleme hat. Die City-Arkaden beleben nicht etwa die Innenstadt, wie es zynischerweise von den Center-Unternehmen behauptet wird – die City-Arkaden beleben nur sich selbst, aber sie zerstören die City. Doch solange die City-Arkaden noch nicht gebaut sind, solange sind sie noch zu verhindern.

Daniel Fuhrhop

Quelle: www.daniel-fuhrhop.de

„Am besten am Zoo einen Staudamm bauen…“

k_P1030517Diese – zugegebenerweise nicht ganz ernst gemeinte – Idee, Wuppertal in einem Stausee untergehen zu lassen, stammte von einem Architekten in Ruhestand:
„Ich habe hier in Wuppertal schon so oft versucht, sinnvolle Ideen zu diskutieren. Doch mit gescheiten Konzepten hat man hier ja keine Chance!“

k_P1030523kViele Wuppertaler Bürger ließen am Infostand des Aktionskreises Die Wuppertaler ihrem Frust über die Wuppertaler Lokalpolitik freien Lauf. Die Empörung richtete sich gegen die Erweiterung der City-Arkaden „Wozu brauchen wir noch mehr Einkaufsmöglichkeiten?!“ oder „Wir hier in Wuppertal haben ganz andere Probleme!“ und gleichermaßen gegen die zusätzlichen 35 Millionen für den Döppersberg-Umbau:

k_P1030527„So könnte ich als privater Bauherr nicht planen. Da hätte mir die Bank längst den Hahn zugedreht. Aber die in der Verwaltung haben ja uns Bürger, die die Zeche zahlen!“

Ob City-Arkaden oder Döppersberg – „die Politik in Wuppertal entscheidet völlig an den Interessen der Bürger vorbei“, so war der durchgängige Tenor fast aller Stellungnahmen.
Die Konsequenz: „Ich freu’ mich schon auf die nächste Kommunalwahl!“

Nicht ganz so groß schien die Freude bei Mitgliedern des Rates der Stadt Wuppertal, die uns ebenfalls besuchten. Ihnen ging es jedoch nicht darum, unsere Meinung zu hören, sondern eher darum, uns die Meinung zu sagen. Aber auch dies ist erlaubt.

jung-braucht-geldEine Politik, die nicht gradlinig die viel zitierten „Stuttgarter Verhältnisse“ anstrebt, wäre gut beraten, einmal inne zu halten. Wuppertal kocht. Und es wäre sinnvoll, diese vielen Stimmen ernst zu nehmen, anstatt Bürgermeinungen und die Berichterstattungen in der WZ oder bei Radio Wuppertal als „populistische Meinungsmache“ herabzuqualifizieren und die eingeschlagene Linie mit Augen-zu-und-durch-Mentalität „alternativlos“ als gottgegeben darzustellen. Wenn man es will, gibt es für alles eine Alternative.

Doch viele Besucher am Infostand meinten: „Die machen sowieso, was sie wollen.“
Und – an uns gerichtet: „Wir finden es gut, dass Sie sich engagieren. Aber: Glauben Sie wirklich, dass Sie daran was ändern können?“

Gute Frage. Aber wenn wir dies nicht glauben würden, dann würden wir uns die ganze Arbeit nicht machen. Und für unseren Optimismus gibt es einen guten Grund: Nahezu alle wünschten uns sehr ernsthaft für unsere Arbeit „Viel Erfolg!“

Naja – und wenn’s nicht funktioniert, gibt es ja immer noch die Idee mit dem Stausee: Die neue Wupper-Talsperre als Naherholungsgebiet für Düsseldorf und das Ruhrgebiet? Eigentlich auch eine Lösung 🙂

 

… und der Bericht in der WZ

Infostand am Samstag, den 12. Oktober 2013

Flugblatt_AK_Die-Wuppertaler3Unter dem Motto „Wir Wuppertaler müssen was anders machen!“ informiert der Aktionskreis Die Wuppertaler zu den Themen „Erweiterung City-Arkaden“ und „Döppersberg-Umbau“.

Der Infostand ist
am Samstag, den 12. 10. 2013
von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
am Von-der-Heydt-Platz
(im Eingang der leerstehenden (!) Sportarena gegenüber von C&A)

Download Flugblatt

Bürgerverein Elberfeld-Mitte appelliert an die Politik: „Platz Am Kolk als Bürgerplatz erhalten“

BriefIn einem dreiseitigen Brief an OB Jung und die Ratsfraktionen der Stadt Wuppertal fordert der Bürgerverein Elberfeld-Mitte, „dass durch die zuständigen Ratsgremien ein Erhalt des Platzes am Kolk als Freiraum für eine städtebauliche Weiterentwicklung in Verbindung mit der Kirche am Kolk, dem denkmalgeschützten Postgebäude, dem Rex-Theater und einer verkehrsberuhigten Straße (…) beschlossen wird.“

„Erweiterung der City-Arkaden wird nachteilige städtebauliche Auswirkungen haben“

Die Prognose des Bürgervereins, dass die jetzigen Planungen zur Erweiterung der City-Arkaden überwiegend nachteilige städtebauliche Auswirkungen haben werden, wird durch zahlreiche Fachmeinungen zum Beispiel von Professor Klaus Schäfer, Professor Arndt Jenne, dem Bund Deutscher Architekten und dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege gestützt.

Ein Blick zurück nach vorn

ArtikelDer Brief weist darauf hin, dass der Platz am Kolk nach einer noch heute gültigen Gestaltungssatzung von 1991 auch von der Stadt Wuppertal als „städtebaulich bedeutsamer Bereich“ eingeschätzt wird, der „der Kirche Am Kolk ein angemessenes Umfeld“ schaffen soll.

Aus heutiger Sicht besonders bemerkenswert ist der vom Bürgerverein als Anlage hinzugefügte Zeitungsartikel „Platz Am Kolk: Ort der Begegnung mitten in der City“ aus dem Jahr 1993: Damalige städtische Planungen zur Umgestaltung des Platzes zu einem Ort der Begegnung wurden von der CDU (!) kritisiert, weil der Entwurf zu wenig Grünflächen vorsehen würde…

Download Brief „Platz Am Kolk als Bürgerplatz erhalten“
vom Bürgerverein Elberfeld-Mitte an den Oberbürgermeister und die Ratsfraktionen der Stadt Wuppertal, 2. Oktober 2013

Download Zeitungsartikel „Platz Am Kolk: Ort der Begegnung mitten in der City“
Wuppertaler Nachrichten, 26. Februar 1993

Lesen Sie auch in der WZ: Platz am Kolk: Offener Brief an Jung

Wuppertal 2025 – unser Beitrag wurde nicht veröffentlicht

+++ Aktualisierung am 12. September 2013 +++
Knapp 14 Tage und viele E-Mails später ist nun auch unser Beitrag auf der städtischen Plattform zu finden! Nichtsdestotrotz bleibt der ursprüngliche Artikel lesenswert:

Zu unserem großen Bedauern wurde unser Beitrag zur Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025 „Neugestaltung Platz am Kolk und Umgebung“ trotz Nachfrage bis heute nicht auf der Internetseite der Stadt Wuppertal veröffentlicht.

Es ist uns zudem unverständlich, dass abweichend von der Ausschreibung, die bis zum 15. Juli 2013 auf der Internetseite der Stadt zu finden war, die Beiträge „aus Datenschutzgründen“ anonymisiert wurden und auf die Veröffentlichung von Anhängen ohne Angaben von Gründen „verzichtet wurde“, obwohl das Hochladen von Dokumenten ausdrücklich vorgesehen war (siehe Ausschreibung).
Somit ist davon auszugehen, dass auch weitere Beiträge oder wichtige Elemente dieser Beiträge wie erläuternde Fotos, Skizzen, Kartendarstellungen etc. der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Dies entspricht nicht unseren Vorstellungen von „größtmöglicher Transparenz“, die Oberbürgermeister Peter Jung in seinem „Dank für Engagement“ herausstellt.

Konzept_Wuppertal_2025Zu unserem Beitrag
Als Initiative, die sich kritisch zur bisher bekannten Planung zur Erweiterung der City-Arkaden äußert, möchten wir mit unserem Beitrag zeigen, dass wir nicht gegen, sondern für eine positive Veränderung in Wuppertal sind. Deshalb haben wir mit Unterstützung von Professor Klaus Schäfer (School of Architecture, Hochschule Bremen) eine differenzierte Ideenskizze entwickelt. Diese zeigt nicht nur eine Perspektive, wie eine Alternative zur Überbauung  des Platzes am Kolk aussehen könnte, sondern stellt auch Ansätze zur Realisierung vor.
Unser Beitrag mag – angesichts der Realpolitik Wuppertals – zunächst utopisch klingen. Doch Beispiele aus anderen Städten wie Ulm, Hannover, Paris oder Seoul machen deutlich, dass es möglich ist, neue Wege zu gehen. Dass unsere Ideen auch in Hinblick auf die angespannte Finanzlage Wuppertals grundsätzlich realisierbar ist, wurde uns von kompetenten Fachleuten bestätigt. Es bleibt allein die Frage: Meinen die zurzeit Verantwortlichen der Stadt Wuppertal ihren selbst proklamierten Slogan „Wuppertal macht was anders“ wirklich ernst …?

Unser wichtigstes Anliegen bleibt, einen konstruktiven Beitrag zu einer bürgerfreundlichen Entwicklung der Stadt Wuppertal zu leisten. Deshalb wünschen wir uns, dass unser Vorschlag zur Neugestaltung des Platzes am Kolk diskutiert und im Sinne der Bürger Wuppertals weiterentwickelt wird.

Fragen zum Projekt Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025
In der Umsetzung des Projektes „ Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025“ tauchen zunehmend Fragen auf:

  • Warum wurden die Beiträge anonymisiert – und warum wurde dies nicht im Vorfeld angekündigt?
  • Warum wurden Teilnehmer ermuntert, Anhänge (wie zum Beispiel Fotos, Skizzen, Kartendarstellungen …) hochzuladen, wenn diese dann nicht veröffentlicht werden?
  • Warum wird die Frage „Was passiert mit den eingereichten Anregungen?“ auf der Internetseite heute anders beantwortet als vor zwei Monaten?
  • Gibt es zum Beispiel die Arbeitskreise noch, die hier nun nicht mehr erwähnt werden?
  • Wenn ja, werden diese auch Vorschläge diskutieren, die (wie mindestens unserer) nicht oder nur teilweise veröffentlicht wurden?

Auf die Antworten zu diesen und den Fragen von Bündnis 90 /  Grünen (siehe „Kleine Anfrage“) sind wir gespannt….

Download Ausschreibungstext „Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025“, veröffentlicht bis zum 15. Juli 2015

Download  „Neugestaltung Platz am Kolk und Umgebung“ (Unser Beitrag zur Bürgerbeteiligung 2025)

„Der Platz am Kolk gehört dem Volk!“

Infostand_AK_Die-Wuppertaler_1Man könnte meinen, das Thema „City-Arkaden“ sei im Moment nicht interessant, zumal die geplante Erweiterung des Shopping Centers zurzeit kaum in den Medien präsent ist. Der Infostand des Aktionskreises Die Wuppertaler unter dem Motto „Der Platz am Kolk gehört dem Volk!“ zeigte jedoch das genaue Gegenteil: Viele Bürger wollten sich informieren, ihrer Frustration über die lokale Politik Wuppertals Luft machen und zeigten ein einhelliges Stimmungsbild.

„Die machen unser schönes altes Wuppertal kaputt!“
Die Sorge um Wuppertal war nicht allein von älteren Mitbürgern zu hören – auch viele jüngere Menschen unter 30 bezogen klare Position. Im Zeitraum zwischen 10:00 Uhr und 17:00 Uhr interessierten sich am gestrigen Samstag mehrere hundert Passanten – und äußerten vielfach eine klare Meinung: „Noch größere City-Arkaden braucht kein Mensch!“ oder „Wir haben schon genug Leerstände!“  oder „Die Stadt darf den Platz am Kolk nicht verkaufen!“.

„Keine Partei!“
Einige Passanten, die den Infostand des Aktionskreises zunächst für eine Wahlwerbung hielten, interessierten sich erst nach dem ausdrücklichen Hinweis „Dies ist keine Partei!“ und äußerten dann ihre Empörung: „Die machen mit uns doch sowieso nur, was sie wollen!“ Es wurde deutlich: Die viel zitierte Politikverdrossenheit ist eigentlich „nur“ eine Parteienverdrossenheit. Viele Menschen zweifeln daran, dass ihre politischen Vertreter tatsächlich Bürgerinteressen vertreten.

Brief_OB_Jung„Sehr geehrter Herr Jung …“
Entsprechende Resonanz erhielt auch der vom Aktionskreis vorbereitete Brief an Oberbürgermeister Peter Jung. Der Brief fordert eine grundsätzliche Neuorientierung in der Stadtplanung und eine Absage an die Fortsetzung der bisher bekannt gewordenen Planungen zur Erweiterung der City-Arkaden. Herr Jung darf sich in den nächsten Tagen also wieder auf Post freuen… Alle Leser, die nicht am Infostand waren, können den Brief hier herunterladen.

„Viel Erfolg!“
Der Aktionskreis Die Wuppertaler hatte einen in dieser Vehemenz kaum erwarteten Zuspruch: Viele Menschen appellierten „Bleibt dran!“, „Macht bitte weiter!“ und wünschten „Viel Erfolg!“

Die Alternative für den Platz am Kolk –
unser Vorschlag zur Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025
Konzept_Wuppertal_2025

Eine zukunftsweisende Stadtplanung orientiert sich an einer neuen Philosophie der Stadtentwicklung, nach denen eine Stadt bürgerfreundlicher, liebenswerter – und attraktiver werden kann. Wie wie sich eine solche Philosophie beispielhaft auf eine Neugestaltung des Platzes am Kolk übertragen lässt, zeigen wir in einer Ideenskizze, die wir auch im Rahmen der Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025 eingereicht haben.
Somit gibt es nun nicht nur gute Argumente gegen die Erweiterung der City-Arkaden, sondern auch einen konkreten Ansatz, wie eine realisierbare Alternative aussehen könnte – die vielleicht sogar die Deutsche Telekom spannend finden könnte …

 

WZUnd das schreibt die WZ…

 

 

 

Das nächste Treffen
des Aktionskreises Die Wuppertaler findet am Dienstag, den 10. September um 19:00 Uhr im Gemeindesaal der Alten lutherischen Kirche am Kolk statt:
Nebeneingang Schöne Gasse 5
42103 Wuppertal

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Der Aufbau und erster Besuch: „Die Stadt darf den Platz am Kolk nicht verkaufen!“

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Eine große Volkspartei zeigt deutlich weniger Durchhaltevermögen …

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Ein Teil des Aktionskreis-Teams: Anke Schulz, Hans Werner Möller, Hans Josef Hartmann, Stephan Mielke, Thomas Pusinelli (v.l.)

Materialien am Infostand:

FlugblattDas Flugblatt

Das Flugblatt können Sie hier downloaden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Broschüre_MWEBWVDie Broschüre „Zum Umgang mit innerstädtischen Einkaufscentern“

ist eine Empfehlung des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und richtet sich an kommunale Politiker. Sie macht deutlich, dass die geplante Erweiterung der City-Arkaden diesen Empfehlungen nicht entsprechen.
Wenn unsere Lokalpolitiker dieses Werk schon nicht lesen, können Sie es jetzt tun.

Hier downloaden

 

 

Postkarte_Platz-am-Kolk„Postkarte Platz am Kolk“

Postkarte_LeerstandPostkarte „Leerstand“

Aktiv und engagiert: Der Aktionskreis Die Wuppertaler

Aktionskreis_Logo_Mitte

Der Aktionskreis Die Wuppertaler ist eine Gruppe engagierter Bürger und Einzelhändler der Stadt Wuppertal. Der Aktionskreis setzt sich dafür ein
•    die geplante Erweiterung der City-Arkaden zu verhindern,
•    eine neue Gestaltungslösung für den Platz am Kolk zu finden und
•    eine lebendige Elberfelder Innenstadt zu erhalten.

Der Aktionskreis möchte mit unterschiedlichen Aktionen zu einem demokratischen Diskussionsprozess beitragen und Bürger der Stadt Wuppertal überzeugen, sich für ein neues Konzept der Stadtplanung einzusetzen. 
Deshalb informiert der Kreis auf unterschiedlichen Wegen über die aktuelle Situation und die möglichen Konsequenzen von politischen Entscheidungen, die diesem Ziel entgegenlaufen.

Die übergeordneten Ziele des Aktionskreises Die Wuppertaler

Der Aktionskreis möchte, dass Wuppertal attraktiver wird – für Bürger, Unternehmen und Besucher. Deshalb fordert er eine Neuorientierung in der Stadtplanung und möchte, dass Politik und Verwaltung nachhaltige Lösungen entwickeln.

Nachhaltigkeit und eine zukunftsorientierte Stadtplanung bedeuten,

  • eine lebendige Innenstadt mit kurzen Wegen und einer attraktiven Gestaltung von Gebäuden und Freiflächen anzustreben,
  • die Nutzungsvielfalt zu erhöhen und ein Milieu urbaner Qualität in der Verbindung aus Arbeiten, Wohnen und Einkaufen zu schaffen,
  • nicht auf riskante und langfristig kaum kalkulierbare Großprojekte zu setzen, sondern einer langsamen und stetigen Stadtentwicklung den Vorzug zu geben,
  • dem PKW-gebunden Individualverkehr eine geringere Priorität einzuräumen,
  • die Attraktivität bzw. Zentralität der Stadt nicht allein auf den Aspekt, „Einzelhandelsstandort“ zu reduzieren, sondern Aspekte wie Lebensqualität, Kultur und städtebauliche Ästhetik gleichermaßen zu berücksichtigen,
  • statt einer Privatisierung des öffentlichen Raums die bestehenden Hoheitsrechte und somit alle Steuerungs- und Gestaltungsmöglichkeiten langfristig zu sichern,
  • die Möglichkeit offen zu halten, Anpassungen an sich verändernde Rahmenbedingungen (Gesetzgebung, Kaufkraftentwicklung, Bevölkerungsentwicklung, Vorstellungen der Bürger) vornehmen zu können,
  • den eigenen Charakter der Stadt Wuppertal in der Innen- und Außenwahrnehmung zu erhalten und Lösungswege zu finden, die dieses Bild mit weiteren Inhalten füllen.

Die geplante Erweiterung der City-Arkaden mit einer Überbauung des Platzes am Kolk steht beispielhaft für eine politische Entscheidung, die diesen Zielen genau entgegengesetzt ist. 
Deshalb konzentrieren sich die Aktivitäten zunächst auf dieses Vorhaben.

Informationsstand am 31. August

Der Informationsstand des Aktionskreises steht am Samstag, den 31. August 2013 von 10:00 bis 17:00 Uhr am Von-der-Heydt-Platz (Fußgängerzone Herzogstraße vor C&A).

Der Aktionskreis Die Wuppertaler beantwortet hier Fragen zum aktuellen Stand der Planungen zur Erweiterung der City-Arkaden und informiert über die möglichen Folgen für die Elberfelder Innenstadt und die gesamte Stadt Wuppertal.