Die ECE

Die ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG ist ein deutsches Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg, das gewerbliche Großimmobilien entwickelt, umsetzt, vermietet und betreibt. Das Unternehmen ist im Besitz der CURA Vermögensverwaltung, der Holding-Gesellschaft der Otto-Familie.

Geschichte und Entwicklung

Die ECE wurde 1965 von Werner Otto (Otto-Versand) gegründet. Der Firmenname war ursprünglich ein Akronym für Einkaufs-Center Entwicklungsgesellschaft.
Im Bereich innerstädtischer Einkaufszentren ist die ECE Marktführer in Europa – mit Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Deutschland, Polen, Tschechien, Ungarn, Österreich, Griechenland, der Türkei, Bulgarien, Russland, Litauen, der Schweiz, der Slowakei, Spanien sowie in Katar.
Vorsitzender der Geschäftsführung ist Alexander Otto, der jüngste Sohn des Unternehmensgründers Werner Otto. Das Unternehmen verwaltet derzeit 183 Shoppingcenter mit über 6 Mio. Quadratmetern Verkaufsfläche und rund 17.500 gewerblichen Mietern. Die ECE hat insgesamt ein Projektvolumen von über 14,5 Milliarden Euro realisiert.

Die schöne neue Welt der ECE: Videoüberwachung auf den Toiletten und illegale Aufzeichnung von Kundenanrufen

Im Februar 2011 geriet ECE in die Kritik, nachdem der oberste Datenschützer des Landes Hamburg, Johannes Caspar, die Videoüberwachung im Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg als gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstoßend monierte. Ähnliches gelte für die ECE-Einkaufszentren in Essen und Wuppertal. Er kritisierte die Anbringung von Videokameras unter anderem in den Eingangsbereichen zu Toiletten und Umkleideräumen der Mitarbeiter sowie in der Nähe von Rolltreppen oder Aufenthaltsräumen, in denen Besucher üblicherweise davon ausgingen, dass sie sich dort in einer „relativen Situation der Anonymität“ befänden. ECE wurde angewiesen, 24 der 75 angebrachten Kameras abzubauen; das Unternehmen hat inzwischen im Einvernehmen mit dem Datenschutzbeauftragten für alle Center in Deutschland neu geregelt, wo Kameras hängen dürfen und alle anderen Kameras abgebaut. Caspar erstattete wenig später Anzeige ebenfalls gegen die ECE, da diese seiner Meinung nach ohne vorheriges Einverständnis Kundenanrufe aufzeichne. Die ECE räumte dies in Einzelfällen ein und kündigte an, dies in Zukunft zu unterlassen. (Zitiert nach Wikipedia)

Organisierte Verflechtung von Wirtschaft und (Kommunal-)Politik

Einwohnerzahlen der Städte sinken, Innenstädte schrumpfen. Während ECE-Manager behaupten, die Heilslösung zu bringen, glauben Kritiker, dass das Gegenteil der Fall ist: Shopping Center bringen nicht Leben in die Stadt, sondern den Tod. Beispiele gibt es genug.

Center besetzen nicht nur die geografische Mitte der Stadt, sondern verändern sie auch. Sie machen vielfältigen öffentlichen Raum zu einem weitgehend uniformen privaten Raum – es gilt nicht mehr, was die Stadt will, es gilt, was der Eigentümer oder Vermieter will. Doch zuvor müssen beide Seiten gut zusammenspielen. Die ECE weiß, wie Kommunalpolitik funktioniert – und paktiert mit den jeweiligen Regierungsparteien. Vor der Entscheidung werden alle strategisch wichtigen Positionen mit ins Boot geholt: Bürgermeister, Stadtbaurat und nach Möglichkeit auch die lokale Zeitung. Besonders unrühmlich hat sich die Braunschweiger Zeitung hervorgetan. Sie wurde 2005 vom Presserat gerügt, weil sie statt von einem Einkaufs-Center-Vorhaben von der Rekonstruktion des Schlosses berichtete.  Schließlich begleiteten sie das Projekt Schloss-Arkaden mit vielen fröhlichen Artikeln …

Und wie überzeugt die ECE die kommunale Politik? Es ist wie so oft: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Und gern gibt es Dreingaben, ein Schwimmbad in Düsseldorf zum Beispiel, oder in Braunschweig eine Schlossfassade.

Das ist nicht illegal und höchst hilfreich. So hilfreich, dass Grundstücke nicht mehr ausgeschrieben und billig verkauft werden. Entsprechende Klagen werden weder von der Justiz noch von der Politik ernstgenommen. (Inhaltlich und zum Teil wörtlich zitiert nach Zeit Online)

Der Pakt mit der ECE – für Politiker nicht ganz ungefährlich

Mitunter hat das allzu bereitwillige Kopfnicken von Kommunalpolitikern jedoch auch negative Konsequenzen für sie selbst: Der Oldenbürger Oberbürgermeister und engagierte ECE-Fürsprecher Dietmar Schütz musste sein Amt seinem Gegner Gerhard Schwandner überlassen, der sich gemeinsam mit den Grünen gegen den Bau des Shopping Centers ausgesprochen hatte. Zuvor hatte schon 2002 in Cottbus ein ECE-Befürworter sein Amt an seinen Widersacher verloren. Besonders schön: Im Gegensatz zu Oldenburg, wo die „Schlosshöfe“ am Ende doch noch gebaut wurden, schickten die Cottbusser die ECE schließlich nach Hause..

Und was ist mit Wuppertal?

Bis zu dem Zeitpunkt, als der WDR in der Lokalzeit Bergisches Land am 11. Januar den Beitrag „Die geheimen Pläne der ECE“ ausstrahlte, lief alles nach Plan. Sondierungsgespräche wurden geführt – nichts Offizielles natürlich – und so sollten die Dinge still und heimlich ihren gewohnten Lauf nehmen. Nun ist es öffentlich – spätestens mit der Veröffentlichung in der WZ am 16. Januar sind die Planungen zur Erweiterung der City-Arkaden Stadtgespräch in Wuppertal. Der Bürger fühlt sich verprellt: Warum erfahren wir nichts?“ „Was wird da hintenrum an uns vorbei entschieden?“ „Das ist doch ein einziges Gemauschel!“ So spricht man auf der Straße. Wir sind gespannt, ob die politischen Entscheider sich nicht von den falschen Versprechen der Center-Manager einlullen lassen. Die CDU hält sich bislang still, die SPD will „ergebnisoffen“ prüfen. Hoffen wir, dass sie es wirklich ernst meinen!

Quellen:
Wikipedia: ECE Projektmanagement
Zeit Online, Dossier: „Innenstadt zu verkaufen – die Firma ECE darf immer neue Einkaufscenter in die Citys klotzen.

Weitere spannende Hintergrundinformationen aus externen Quellen finden Sie unter „Linktipps“

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Ein Kommentar zu “Die ECE

  1. Warum diese Salamitaktik?

    Ich schlage vor, das ganze Karree, das durch Wupper, Wall, Hofkamp und Hofaue begrenzt wird, einheitlich zu überbauen. Die durch den Komplex führende Nord- Süd- Achse könnte, vielleicht im Abstand von jeweils 50 Metern, mit Zugängen zu der Mall versehen werden. Die wenigen in dem Bereich bisher noch tätigen selbstständigen Einzelhändler könnten mit einem Mietrabatt von vielleicht 10 %, natürlich bei 20 -jähriger Bindung und Öffnungszwang, für das Projekt gewonnen werden. Die beiden Kirchen in dem Areal könnte man als nostalgische Highlights in das Konzept einbeziehen, zum Beispiel durch Eventgastronomie („Genießen Sie unser reichhaltiges Abendmahl!“) und Bungeespringen im innern der Türme. Die Vorteile für die Stadt Wuppertal liegen auf der Hand: Man braucht in diesem Karree keinen Ordnungsdienst und keine Straßenreinigung einschließlich Winterdienst mehr. Zugleich wären mit einem Schlag alle Parkplatzprobleme gelöst: Auf dem gesamten Dachbereich könnte man Autos abstellen. Als Gegenleistung wird der Betreiber fairerweise erwarten dürfen, dass alle Läden in der Mall täglich durchgehend Tag und Nacht geöffnet sein dürfen.
    Auch der Tourismus könnte angekurbelt werden: Die Stadt hätte neben Schwebebahn, Pina Bausch, Friedrich Engels und Nordbahntrasse ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Vorschlag für den Werbeslogan: “ Shopping ohne Regenschirm!“
    Seine soziale Ader könnte der Betreiber dadurch unter Beweis stellen, dass er einer Selbsthilfegruppe Konsumsucht sowie einem Schuldnerberatungsbüro kostengünstig Räume zur Verfügung stellt.
    Sollte das Projekt scheitern, so fallen die Abbruchkosten natürlich der Stadt zur Last.

    Dietrich Böttcher

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