SPD fordert schnelle Klärung

In ihrer aktuellen Ausgabe 07/2013 von „rat aktuell“ bestätigt die SPD, dass die Zeitplanung des am 20. Februar beschlossenen Aufstellungsbeschlusses für den Bebauungsplan Nr. 1185 – Platz am Kolk/Kipdorf (Erweiterung der City-Arkaden) nicht mehr einzuhalten ist. Sie äußert sich enttäuscht über die Investoren, die „entgegen früherer Aussagen nicht über die Grundstücke für die Erweiterungsflächen [verfügen]“.

Um die Diskussion über mögliche Konsequenzen fortsetzen – oder möglicherweise auch beenden – zu können, fordert die SPD, „dass möglichst bald die Grundsatzfrage der Realisierbarkeit des Projektes beantwortet wird.“

Die komplette Ausgabe „rat-aktuell“ können Sie hier herunterladen.
(Der Artikel befindet sich auf Seite 4)

Weitere Hintergrundinformationen zum Postgebäude in der WZ newsline vom 26. Juli 2013:
„Telekomgebäude am Kolk wird zum Verkauf ausgeschrieben“

Advertisements

Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025 – unser Vorschlag

Konzept_Wuppertal_2025

Unser Vorschlag zur
Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025
Klick auf das Bild öffnet das PDF

+++ Siehe auch Nachtrag 8. September 2013 +++
„Wuppertal 2025 –
unser Vorschlag wurde nicht veröffentlicht“

Das Projekt „Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025“ wird heiß diskutiert – die Verunsicherung können wir gut nachvollziehen: Eine Politik, die einerseits eine Erweiterung eines 08/15 Shopping-Centers befürwortet – also genau das anstrebt, was nun wirklich (fast!) jede kleinere, mittlere  und größere Stadt macht – und gleichzeitig mit dem Motto „Wuppertal macht was anders“ Punkte sammeln möchte, ist widersprüchlich und befindet sich an der Grenze der Glaubwürdigkeit.

Nichtsdestotrotz: Die Idee „Wuppertal macht was anders“ finden wir absolut gut und richtig. Denn die verträgt sich nun wirklich nicht mit der Erweiterung der City-Arkaden. Ob und welche politischen Entscheider das Motto tatsächlich ernst meinen, können wir nicht beurteilen – die weitere Entwicklung wird es zeigen. Denn wie heißt es so schön: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“

Wir gehen im Moment noch ganz optimistisch davon aus, dass die Stadt offen für die Ideen der Bürger ist – und möchten deshalb einen konstruktiven Beitrag leisten!

Grundlage für unseren Vorschlag im Rahmen der Bürgerbeteiligung Wuppertal 2025 sind die Anregungen, die wir durch Professor Klaus Schäfer im Rahmen unserer Veranstaltung am 6. Juni 2013 erhalten haben: Eine zukunftsweisende Stadtplanung orientiert sich an einer neuen Philosophie der Stadtentwicklung, nach denen eine Stadt bürgerfreundlicher, liebenswerter – und attraktiver werden kann. Keine Utopie – sondern in einigen deutschen Städten bereits gelebte Realität.

Diesen Vortrag fanden wir so inspirierend, dass wir eine differenzierte Ideenskizze entwickelt haben, wie sich eine solche Philosophie beispielhaft auf eine Neugestaltung des Platzes am Kolk übertragen lässt.
Somit gibt es nun nicht nur gute Argumente gegen die Erweiterung der City-Arkaden, sondern auch einen konkreten Ansatz, wie eine realisierbare Alternative aussehen könnte – die vielleicht sogar die Deutsche Telekom (die das Postgebäude laut Wuppertaler Rundschau zurzeit nicht an ECE verkaufen möchte) spannend finden könnte …

PDF-Download Ideenskizze Platz-am-Kolk, Die Wuppertaler

Gedanken über „macht“ und den Gedankenstrich

„Wuppertal – macht was anders“

Dieser Claim gibt uns zu denken – und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist es der Gedankenstrich, der sein erklärtes Ziel, zu einem Gedanken oder zu einer Denkpause anzuregen, hier mehr als erreicht. Zum anderen ist es „macht“, das uns Gedanken macht.

Doch der Reihe nach:
Hieße der Claim schlicht und einfach „Wuppertal macht was anders“, wäre die Bedeutung nach unserem Verständnis klar: Es würde eine Aussage über Wuppertal getroffen, die sich leicht aus der Vergangenheit herleiten ließe (Engels, Schwebebahn und Pina Bausch, zum Beispiel). Und eine Aussage, die man zudem auch als hoffnungsfrohen Appell für die Zukunft verstehen könnte: Grammatisch handelt es sich zwar genau genommen um das Präsens, die Gegenwart, inhaltlich gemeint wäre jedoch eher das Futur. Dies ist im Deutschen durchaus üblich und zulässig: „Im August fahre ich in Urlaub.“ (Schön wär’s.)
Für alle, die die gegenwärtige Situation in Wuppertal skeptisch beurteilen, hätte die Botschaft dann den Charakter einer (hoffentlich) sich selbst erfüllenden Prophezeiung, die eigentlich ankündigen möchte: „Wuppertal will oder wird etwas anders machen!“ Frei nach Böll: Es muss etwas geschehen. Es wird etwas geschehen.
Dieser Claim hätte eine schöne Idee, einen schönen Rhythmus und würde durch seine einfache Leichtigkeit umso mehr an Gewicht und Bedeutung gewinnen. In diesem Sinne könnten wir allen denkbaren Interpretationsmöglichkeiten zustimmen und würden den Claim für gut, richtig und sinnvoll halten.

Nur:
Der Claim heißt nicht so. Da ist eben noch dieser Gedankenstrich. Und der bringt uns, wie gesagt, zum Nachdenken. Denn er macht alles anders. Die Problematik entsteht – mit Gedankenstrich – nun auch durch das Wort „macht“, das mit seiner grammatischen Form bedauerlicherweise nicht eindeutig ist. Zum einen könnte es sich hier um die 3. Person, Präsens, Singular handeln: „Er, sie, es macht (etwas anders).“ – Eben so, wie wir es im obigen Absatz verstanden haben, also: „Wuppertal macht…“
Das Wort „macht“ könnte zum anderen jedoch auch ein Imperativ (Befehls- oder Aufforderungsform) Plural sein, etwa wie: „Drückt euch klarer aus, ihr Claim-Erfinder!“
Zum Beispiel.
Der Gedankenstrich, der die Trennung zwischen „Wuppertal“ und „macht“ macht, legt genau ein solches Verständnis nahe. So gesehen trifft der Claim dann keine Aussage über Wuppertal, sondern müsste als eine Aufforderung an Wuppertal verstanden werden. Eine Aufforderung, die ein Sender A an einen Empfänger B richtet: „Macht eure Hausaufgaben!“, „Macht die Betten!“, „Ihr in Wuppertal: Macht was anders!!!“
Jetzt stellt sich allerdings die Frage: Wer ist der Absender dieser Botschaft? Ist es möglicherweise die Werbeagentur Scholz & Friends, die uns aus der Weltstadt Düsseldorf etwas überheblich herüber ruft: „Macht endlich was anders, ihr hinterwäldlerischen Wuppertaler!“ (?)
Oder sprechen hier, da der Claim ja nun von offizieller Wuppertaler Seite verbreitet wird, der Oberbürgermeister und seine Mitstreiter? Diese würden sich dann damit allerdings selbst von Wuppertal distanzieren und aus dieser Distanz dem gemeinen Wuppertaler Volk nahelegen, irgendetwas – was auch immer – anders zu machen.

Wir Wuppertaler rätseln nun: Wie ist der Claim gemeint?
Und so denken wir jetzt darüber nach, wirklich etwas anders zu machen. Bei der nächsten Kommunalwahl vielleicht?

Aber vielleicht ist alles auch ganz anders.
Vielleicht hat der Texter ursprünglich „Wuppertal macht was anders“ getextet. Dann kam der Creative Director (Art) und sagte : „Hey, guck mal: Machen wir doch noch ’nen Gedankenstrich rein. Sieht irgendwie geiler aus!“ So geht’s manchmal zu, in Werbeagenturen. Look & Feel. Das zählt. Inhalt egal. Merkt ja sowieso keiner.
Wahrscheinlich war es so. Und deshalb nehmen wir uns die Freiheit, den Claim so zu verstehen, wie der Texter ihn zuerst hingeschrieben hatte. Mit dieser Version wären wir sehr zufrieden und könnten mit dem besten Gefühl einen Vorschlag zur „Bürgerbeteiligung 2025“ einreichen. Machen wir einfach.
Demnächst auf dieser Seite …

Download PDF: Gedanken über den Gedankenstrich

Und noch ein Rückblick: Die Vorträge von Monika Walther und Haimo Bullmann

Auch Dipl.-Oec. Monika Walther und Haimo Bullmann, Vorsitzender des Regionalverbandes Wuppertal, Solingen, Remscheid des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, haben uns ihre Vorträge, die sie im Rahmen unserer Veranstaltung „Ist die Erweiterung der City-Arkaden gut für Wuppertal?“ am 6. Juni 2013 gehalten haben, zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Zwei weitere Blickwinkel auf das geplante Projekt, die – trotz unterschiedlichster Ansätze – zu einer gemeinsamen Erkenntnis kommen: Die Stadt Wuppertal verfügt über Ressourcen und Potenziale, die mehr Perspektiven bieten, als die gesamte langfristige Stadtentwicklung durch ein profanes und überdimensioniertes Shopping Center zu gefährden.

Dipl.-Oec. Monika Walther: Versprechungen werden nicht gehalten

Walther-1+2Dipl.-Oec. Monika Walther, deren viel beachtete wissenschaftliche Forschungsstudie „Auswirkungen innerstädtischer Shopping Center“, die sie für die HafenCity Universität Hamburg erstellte, sieht auch Wuppertal nicht als Ausnahme von der Regel: Versprechungen von Investoren und Politik werden nicht gehalten! So kam sie im Rahmen ihrer Langzeitstudie, in der 64 kreisfreie westdeutsche Städte untersucht wurden, zu dem Ergebnis, dass auf gesamtstädtischer Ebene kein Zusammenhang zwischen Shopping-Center-Ausstattung und Umsatzentwicklung besteht. Auch das vielfach angeführte Argument „Zentralitätserhöhung“ sticht aus wissenschaftlicher Sicht nicht: „Ein „Zentralitätszuwachs ist allein durch negativere Einwohner- und Kaufkraftentwicklung bedingt!“
Anhand von anschaulichen Skizzen zeigte Monika Walther, wie es insbesondere ECE-Centern gelingt, Kunden möglichst ausschließlich in der Mall zu halten. Auch auf die Frage, ob größere City-Arkaden denn nicht wenigstens zu einem besseren Image der Stadt Wuppertal beitragen könnten, hatte sie eine klare Antwort: „Es wäre sehr traurig, wenn ein Shopping Center das Image von Wuppertal bestimmen würde!“

PDF-Download Vortrag Monika Walther

 

Haimo Bullmann: Masterplan statt isolierter Einzelentscheidungen

Bullmann„Wir fordern die Stadt auf, die Bauleitplanung für die Erweiterung der City-Arkaden einzustellen. Generell fordern wir, alle Bauleitpläne für großflächige Einkaufszentren ruhen zu lassen, bis die Ergebnisse des Masterplans vorliegen.“ So lautet die letzte von acht Forderungen, die Haimo Bullmann in seiner Stellungnahme zur städtebaulichen Entwicklung der Innenstadt Elberfelds an politische Entscheidungsträger stellt. Statt Wuppertal Großinvestoren zu überlassen, sieht er einen deutlich besseren Lösungsansatz: Weil ein bauästhetisch geprägter Städtebau einer ganzheitlichen und nachhaltigen Betrachtungsweise des Stadtgefüges bedarf, braucht auch Wuppertal einen Masterplan unter Mitwirkung von Bürgern und unabhängigen Fachleuten, wie er bereits erfolgreich in Köln und Bonn entwickelt wurde.
Fehlenden Überblick kritisiert er vor allem auch an der isolierten Sichtweise Wuppertals: So rechnete er vor, dass in unserer Region – nimmt man Velbert hinzu – in den nächsten Jahren ein Zuwachs von 120.000 qm Verkaufsfläche geplant ist: Ein Überangebot, das zu einem brutalen Verdrängungswettbewerb führen wird!
Haimo Bullmann wünscht sich eine unverwechselbare, lebendige und schöne Innenstadt, in der sich die Bürger wohlfühlen und gerne verweilen. „Mit der Erweiterung der City-Arkaden ist dies nicht vereinbar!“

PDF-Dowbload Vortrag_Haimo_Bullmann

 

Wir bedanken uns herzlich!
Auch an dieser Stelle möchten wir uns noch einmal sehr herzlich bei den Referenten Monika Walther und Haimo Bullmann für ihre aufschlussreichen Ausführungen bedanken!

„Wem gehört diese Stadt?“ – Ein Rückblick auf den Vortrag von Prof. Klaus Schäfer

Titel-SchaeferAm 6. Juni 2013 hielt Klaus Schäfer, Professor der Hochschule Bremen, School of Architecture, im Rahmen der Veranstaltung „Ist die Erweiterung der City-Arkaden gut für Wuppertal?“ seinen Vortrag „Elberfeld – Stadt aus einer Hand?“ mit dem Untertitel: „Wem gehört diese Stadt?“

Nach seiner scharfen Analyse der heutigen City-Arkaden und der geplanten Erweiterung skizzierte er auf der Basis einer modernen Philosophie der Stadtplanung denkbare Alternativen.

„Die Stadt ergibt sich nicht mehr von selbst,
man muss sie kulturell wollen und sie politisch erzeugen.“ (Hartmut Häußermann)

Folie_5_Luftbild CA-Fläche

Quelle: Google Earth, Klaus Schäfer

 

Dass ein Umdenken in der Stadtplanung nicht nur möglich, sondern in anderen deutschen Städten bereits gelebte Realität geworden ist, veranschaulichte er an verschiedenen Beispielen wie Ulm, Cottbus oder Hannover.

 

Alternative_3b

Quelle: Klaus Schäfer

Auch die Stadt Wuppertal hat andere Handlungsmöglichkeiten, nicht zuletzt für die Nutzung des Postgebäudes: Wie dies aussehen könnte, dokumentierte er anhand verschiedener Studentenarbeiten.

Sein Credo: Wuppertal könnte sich mit einer Neuorientierung der Stadtplanung  völlig neue Perspektiven öffnen und erheblich profitieren!

 

Liebe-deine-Stadt

Quelle: Initiative „Liebe deine Stadt!“, Köln

Der Appell Klaus Schäfers ist Ausdruck seiner ausdrücklichen Wertschätzung der Stadt Wuppertal: Eine Stadt mit Besonderheiten, die sich vor vielen Städten auszeichnet: „Vor diesem Hintergrund lohnt eine selbstbewusste Grundsatzdebatte um die zukünftige Gestaltung seiner historischen Zentren!“
Vortrag „Wem gehört diese Stadt?“ Download PDF