ECE kauft Rathaus-Galerie? Bürgerverein Nord-West-Stadt mit spannender Idee

TitelDie Abwägung von Chancen und Risiken der Erweiterung der City-Arkaden beschäftigt mittlerweile auch die Bürgervereine. In der letzen Ausgabe der Nord-West-Stadt-Nachrichten des Bürgervereins der Elberfelder Nordweststadt formuliert dessen Vorstand eine spannende Idee: „Kann das ECE-Management nicht die Rathaus-Galerie kaufen und in Wuppertal ein Pilotprojekt der Dezentralisierung an 2 Standorten fahren?“

In der Tat wären bei einem solchen Vorgehen viele Bedenken aus der Welt geräumt: Es würde zu keiner gravierenden Verschiebung der 1A-Lagen kommen und einer der wichtigsten Kritikpunkte, nämlich dass die größeren City-Arkaden den gewachsenen Teil der Innenstadt mit ihrem abgeschotteten Komplex förmlich aussaugen würden, wäre weitgehend entkräftet.
Weiter bemerkenswert ist, dass durch ein solches Vorgehen ein weiteres Problem gelöst wäre: Denn die Frage, was zukünftig mit einer leerstehenden Rathaus-Galerie passieren wird, wenn diese durch die Erweiterung der City-Arkaden komplett ins Abseits geraten sollte, wurde bislang noch gar nicht öffentlich diskutiert.

„Tendenz zur Absage“ an die geplante Erweiterung
Der Bürgerverein Nordweststadt tendiert zur Absage an die geplante Erweiterung und präferiert das Vorhaben der Grünen, aus dem Postparkplatz eine innerstädtische Grünfläche zu machen. Die kritische Haltung zur bestehenden Planung basiert auf Bedenken aus den Blickwinkeln Städtebau, Einzelhandel und Verbraucherverhalten. Der Bürgerverein erkennt bereits in Hinblick auf die bestehenden City-Arkaden Parallelen zum Remscheider Allee-Center, das zu einem Aussterben der ehemaligen Einkaufsmeile Alleestraße geführt habe. „Überträgt man diese Gegebenheiten auf Elberfeld, so sind die gleichen Tendenzen auch schon jetzt zu beobachten. Entweder gingen die Einzelhändler mit ins Center, dann stehen die vorherigen Läden immer noch leer oder können nur zweitklassige Mieter finden. Oder es wurden Filialen in den City-Arkaden gegründet (…).“ Sollten sich die City-Arkaden erweitern, geht in Wuppertal nach Ansicht des Bürgervereins „nicht nur eine Straße den Bach runter.“

Was ist das Interesse der Verbraucher?
Überdachung, Sauberkeit und Sicherheit sind sicherlich Pro-Argumente für Shopping Center. Doch der Bürgerverein weist darauf hin, dass es einen „unserer Ansicht nach hohen Prozentsatz von Menschen (gibt), die ausgesprochen ungern in Centern einkaufen.“ Als Nachteile werden das Fehlen von frischer Luft, die Konzentration von Menschen und die Einbuße von Individualität der einzelnen Geschäfte genannt. Mit Weitsicht wird auch auf die Interessen kommender Generationen verwiesen und eine bislang kaum gestellte Frage aufgeworfen: „Gehen diese Generationen vielleicht nur noch online einkaufen, gerade weil sie die Centerkonzentration nicht mehr mögen?!“

Das Wir-Gefühl der Center
„Sind die Centerinnenleben, egal in welcher Stadt, nicht austauschbar?“ Der Bürgerverein befürchtet den lokalen Identitätsverlust und kritisiert, dass das Center Management ein Wir-Gefühl nicht für die Stadt, sondern nur innerhalb der eigen vier Wände kennt und sich schlussendlich nicht dafür interessiert, wenn drumherum die Lichter ausgehen….

Die Alternative
Eine funktionierende Innenstadt zwischen den Polen Rathaus-Galerie und den bestehenden City-Arkaden könnte die Alternative sein: „Wir meinen, diese Überlegungen haben für alle ihren Charme“, so der Bürgerverein Nordweststadt. Auch wir finden: Sofern es der Investor mit den versprochenen Impulsen für die Innenstadt tatsächlich ernst meint, lässt sich diese Idee nicht ohne weiteres vom Tisch wischen…

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Aus: Nord-West-Stadt-Nachrichten
23. Jhg. 2013; Heft 1
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Sigrid Born, Born-Verlag Wuppertal

Bürgerbeteiligung bei Haushalt und Stadtentwicklung

Was macht Wuppertal jetzt anders und was können die BürgerInnen tun?
Was plant die Stadt und warum? (Prozesse, zeitliche Abläufe, Entscheidungswege, Ziele)
Was sind die Aufgaben der externen Dienstleister? (Aufgabenteilung, Kompetenzen)
Was ist die Rolle der Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozessen?

Nicht nur wir haben Fragen an die politisch Verantwortlichen der Stadt Wuppertal, sondern auch die Initiative „Kompetenznetz Bürgerhaushalt“. Beantwortet werden sollen sie im Rahmen einer Podikumskussion von
Norbert Dölle (Ressortleiter Finanzen, Stadt Wuppertal),
Christoph Okpue (Geschäftsführer, ontopica GmbH) und
Frank Meyer (Leiter des Geschäftsbereiches Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr und Umwelt)

Die Initiative „Kompetenznetz Bürgerhaushalt“ lädt Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger herzlich ein:
Dienstag, 4. Juni 2013
19.00 Uhr
VHS in Elberfeld
Auer Schulstraße 20

Weitere Details finden Sie hier.

Wuppertal macht (wirklich) was anders …

Wir_sind_Wuppertal

„Wir sind Wuppertal“ –
die alternative Image-Kampagne

… zum Beispiel eine eigene Kampagne – völlig ohne fünf- bis sechsstelliges Honorar für eine Düsseldorfer Werbeagentur mit dem vermeintlich besseren Blick von außen…
Der Wuppertaler Grafiker und „Plattkaller“ Gunnar Kohleick alias „Günter van Ongerbarmen“ initiierte die alternative Image-Kampagne „Wir sind Wuppertal“:
Aufgerufen sind Bürger der Stadt, ihre Liebe zu Wuppertal zu dokumentieren und ihm Bilder zuzusenden, die dann zu Kampagnenmotiven weiterverarbeitet werden.
Schön wäre natürlich, wenn nicht nur die Wuppertaler Bürger, sondern auch die Wuppertaler Stadtspitze die grundsätzlich gar nicht so schlechte Düsseldorfer Slogan-Idee tatsächlich selbst ernst nehmen und zum Beispiel bezüglich des Projektes „Erweiterung City-Arkaden“ umsetzen würde: Wenn das Profil der Stadt geschärft und „was anders“ gemacht werden soll, darf die Innenstadt zukünftig nicht durch ein uniformes, in allen Städten mehr oder minder gleiches 08/15-Shopping-Center vom ECE-Fließband dominiert werden.

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© Gunnar Kohleick; hier finden Sie weitere Kampagnenmotive: „Wir sind Wuppertal“