Ausgestorben. Zu groß.

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© By Swoolverton
Die Ansicht der South China Mall in Dongguan. Ein schöner, vielversprechender Plan aus dem Jahr 2005 …

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© By Swoolverton
… und so sieht die Realität im Jahr 2013 aus:
Ein Leerstand von 99%. Fachleute nennen leerstehende Ladenlokale übrigens „Ghostbox“.

Die verdoppelten City-Arkaden sollen wieder mehr Menschen nach Wuppertal bringen und die Bedeutung der Stadt als Oberzentrum untermauern. Dies sagen der Investor – und die hiesige Lokalpolitik. Wie wäre es denn, wenn es die neuen City-Arkaden dann auch in internationale Reiseführer schaffen und den Tourismus in Wuppertal beflügeln würden?
Der South China Mall in Dongguan ist dies zum Beispiel gelungen:
Die Autorin Catherine Price platziert die im Jahr 2005 errichtete chinesische Mall in ihrem Reiseführer als Nr. 63 unter den Top 100 der weltweiten Attraktionen.
Blöd nur, dass ihr Werk den Titel „Die fiesesten Reiseziele der Welt“ trägt …

Darum geht’s:
Die von den Planern als größtes Shopping Center der Welt gefeierte South China Mall darf einen Superlativ wirklich für sich in Anspruch nehmen: Laut Wikipedia kann sie eine Leerstandsquote von 99 % für sich verbuchen. Weiter heißt es dort ganz lapidar: „Demzufolge kann das Einkaufszentrum der Kategorie der „Dead Mall“ zugeordnet werden.“
Weitere Infos finden Sie hier.

Das Schicksal der Dinosaurier könnte zu denken geben: Auch wenn die Evolution ein Prozess stetigen Wachstums ist, bedeutet „immer größer“ nicht zwangsläufig auch „immer besser“ bzw. „immer überlebensfähiger“.

„Aber die South China Mall kann man doch nicht mit den City-Arkaden vergleichen!“
Mit dem klassischen Dreisatz geht das schon. Die South China Mall hat eine Verkaufsfläche von 660.000 qm. Legt man die Einwohnerzahl von Dongguan (8,2 Mio.) zugrunde, entfallen auf jeden Einwohner Dongguans 0,08 qm Verkaufsfläche in der South China Mall.
Diese Zahl übertragen wir nun auf die Einwohnerzahl von Wuppertal (ca. 350.000):
0,08 qm x 350.000 = 28.000 qm
Dies bedeutet: In Wuppertal müsste man bereits bei einem Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 28.000 qm von einer Mega-Mall sprechen, die – relativ zur Einwohnerzahl Wuppertals –der Größe der South China Mall entspricht.
Tatsächlich sollen die neuen City-Arkaden eine Fläche von ca. 50.000 qm umfassen…
Doch die South China Mall ist nur ein Beispiel von vielen. Auch in den USA hat bereits ein weitreichendes Mall-Sterben begonnen. In der Konsequenz ist laut Spiegel in den USA seit 2006 ist kein herkömmliches überdachtes Einkaufszentrum mehr gebaut worden.
Dazu mehr in einem späteren Artikel …

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2 Kommentare zu “Ausgestorben. Zu groß.

  1. Man könnte natürlich zu dem qualifizierten Dreisatz auch erwähnen, dass die South China Mall in den Randgebieten der Stadt ohne vernünftige Verkehrsanbindung errichtet wurde und somit schon seit Errichtung(!) quasi leersteht…

    • Das mag so sein. Es ist – wie bereits gesagt – nur ein Beispiel. Wenn die South China Mall weltweit die einzige „Dead Mall“ wäre und es solche gescheiterte oder scheiternde Projekte nicht auch in den USA, in Deutschland und in Wuppertal (Rathaus-Galerie, Wicküler-Center) gäbe, hätten wir sie hier nicht angeführt.

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