Architektenbund engagiert sich für nachhaltiges Gesamtkonzept

„Windhundrennen der Investoren“ auf Kosten der Innenstadt?
„Der Sündenfall „Brücke-Morianstraße“ darf sich nicht wiederholen!“
Architekten machen ein spannendes Angebot

Die Koalition der Kritiker, die sich gegen die geplante Erweiterung der City-Arkaden stellt, wird immer breiter. Nachdem gestern der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Bürgerbeteiligung und die Zurückstellung der Bauleitplanung forderte, argumentiert der Bund Deutscher Architekten (BDA) aus einem völlig anderen Blickwinkel.

Positive Entwicklungen in der Elberfelder Innenstadt
In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Peter Jung, den Beigeordneten Frank Meyer und Dezernenten Matthias Nocke attestiert der BDA der Elberfelder Innenstand zunächst eine Reihe positiver Entwicklungen und eine positive dynamische Entwicklung.
Gemeint sind damit unter anderem das zukünftige neue Entré am Döppersberg, der Peek&Cloppenburg-Neubau und die Sanierung des Fahrenkamp-Kaufhauses.

Komplett nach innen orientierte Centerstrukturen ruinieren Stadträume
Definitiv nicht gemeint sind die Planungen zur Erweiterung der City-Arkaden: Nach Meinung der Architekten muss bei der Realisierung aller unterschiedlichen Projekte „das Ziel verfolgt werden, den öffentlichen Raum im Herzen Elberfelds aufzuwerten.“ Das heißt: „Platzflächen und Stadträume dürfen nicht durch ungebremste Investoren überbaut und durch die Erweiterung komplett nach innen orientierter Centerarchitekturen ruiniert werden. Der Sündenfall „Brücke – Morianstraße“ darf sich nicht wiederholen.“

Handel in der Elberfelder City stärken
Weiterhin fordert der Verband auch ein ausbalanciertes Einzelhandelskonzept: Dabei müssen die Strukturen des bestehenden Einzelhandels schützend berücksichtigt werden. So erscheint es beispielsweise sinnvoll, in Abstimmung mit ansässigen Einzelhändlern ergänzende Angebote anzusiedeln, „die den Handel in der Elberfelder City stärken und das Entstehen von Leerständen gegenüber neu geschaffenen Flächen verhindern.“

Elberfelder City könnte überrollt werden
Der BDA befürchtet, „dass durch die Zahl der gleichzeitig entstehenden Projekte und Entwicklungen die Elberfelder City überrollt wird.“ Weiter heißt es: „Es muss verhindert werden, dass nach einem entfesselten Windhundrennen der unterschiedlichen Investoren die Elberfelder Innenstadt auf der Strecke bleibt.“

Gefordert: Ein strategisches Gesamtkonzept
Es wird vor allem kritisiert, dass Projekte separat und unabhängig voneinander betrachtet und diskutiert werden. Für den Erfolg der einzelnen Projekte und letztlich der gesamten Innenstadt ist es erforderlich, die Elberfelder City als städtebaulichen Gesamt-Organismus zu sehen und „innerhalb der City attraktive Stadträume zu erhalten und neu zu schaffen.“
So wiederholt der Architektenbund seine Forderungen, ein städtebauliches Gesamtkonzept auszuarbeiten, denn „nur auf der Basis einer qualifizierten Gesamtkonzeption können die durch die einzelnen Investoren beabsichtigten Projekte überhaupt sinnvoll diskutiert und beurteilt werden.“

Ein attraktives Angebot:
Die Architekten fordern jedoch nicht nur, sondern machen zugleich auch ein attraktives Angebot: Zum einen möchten sie bestehende Erfahrungen und Kompetenzen der Wuppertaler Architektenschaft in die Planungen einbringen und zum anderen ein namhaftes Stadtplanungsbüro beauftragen, einen qualitätvollen städtebaulichen Rahmenplan für die Elberfelder Innenstadt zu entwickeln. Dabei stellen sie in Aussicht, diese Planung durch eingewobene Sponsorengelder zu ermöglichen. Offensichtlich möchte der BDA verhindern, dass die komplette städtebauliche „Beratung“ unter Führung der interessierten Investoren erfolgt.

Das vollständige Schreiben finden Sie hier:
BDA-18-02-2013-Offener-Brief-zur-Entwicklung-der-Elberfelder-Innenstadt

Anmerkung: Der Stadtentwicklungsausschuss tagt nicht, wie im Brief angeführt, am 22.2. sondern am 20. Februar.

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