„Wer ist betroffen?“ – Antwort auf einen Leserbrief in der njuuz

Am 9. Februar 2013 schrieb Günther Neugebauer einen Leserkommentar zum njuuz-Artikel „Stadtverwaltung: Center-Erweiterung wird Wuppertal stärken“:

„Welche hochwertigen Einzelhändler sind denn von dem Ausbau der City-Arkaden betroffen?
Backshops, die Fabrikware anbieten; Lebensmittel-Einzelhändler, die Billiglöhne zahlen; Telefonanbieter alle 2 Meter? Wegen mir können die alle verschwinden. Läden wie Abeler, Christ, Tchibo sind eh schon in den Arkaden vertreten und andere Läden, die hochwertige Ware anbieten, werden vielleicht dann auch dort einziehen. Ich finde es bequem, alles unter einem Dach zu haben. (…)“

Und hier die Antwort von Anke Schulz, Schneiderei Burscheid:    

„Lieber Günther Neugebauer,
„Welche hochwertigen Einzelhändler sind denn von dem Ausbau der City-Arkaden betroffen?“, fragen Sie.
Ich möchte Ihnen eine ganz persönliche Antwort geben: Die Schneiderei Burscheid, ein Unternehmen, das es bereits seit nahezu 100 Jahren in Wuppertal gibt und der letzte (aktive) Repräsentant der historischen Textilmetropole Wuppertal ist.
Ich habe dieses Unternehmen vor 23 Jahren übernommen und es seitdem mit einem hohen Verantwortungsgefühl, mit Herzblut, Arbeit, Investitionen und einem hohen persönlichen Einsatz Schritt für Schritt in die Gegenwart geführt. Neben dem „normalen Betrieb“ habe ich auch für renommierte Werbekunden, Tony Cragg und Tänzerinnen des Tanztheaters Pina Bausch gearbeitet. Schauen Sie mal auf meine Internetseite: http://www.schneiderei-burscheid.de. Über diese Seite erreichen mich übrigens Anfragen aus ganz Deutschland.
Ohne hier irgendjemandem zu nahe treten zu wollen, darf ich wohl behaupten, dass eine Schneiderei mit diesem umfassenden Know-how und der handwerklichen Qualität in Wuppertal und auch der weiteren Umgebung einzigartig ist. Was hier zerstört werden könnte, ist nicht nur ein Traditionsunternehmen, sondern auch mein Lebenswerk. Wenn die Schneiderei Burscheid vor der Sinnlosigkeit eines noch größeren, seelenlosen Konsumtempels weichen muss, werde ich weder die Motivation noch die Kraft noch die finanziellen Mittel haben, noch einmal komplett von vorn anzufangen.
Und sicher werde ich nicht in die City-Arkaden ziehen! Denn mein Unternehmen zeichnet sich durch Individualität, persönliche Beratung und Nachhaltigkeit aus – und nicht durch ein uniformes Einerlei-Angebot.
„Naja, Verlierer gibt es eben immer…“, habe ich schon gehört. Aber hier verliere nicht nur ich. Sondern auch die Stadt Wuppertal. Fragen Sie meine Kunden…“

Anke Schulz
Schneiderei Burscheid

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