Und das sagen Wuppertaler Bürger:

Leserreaktionen auf Artikel der Wuppertaler Rundschau zum Thema  Erweiterung City-Arkaden“

Nach innen gekehrt
„Architektonisch sind die City-Arkaden eine Zumutung: Außen kahle Betonwände, in der Hofaue tote Hose, die halbe Morianstraße zum Tunnel verkommen. Mit der Erweiterung dürfen noch das Kipdorf und der Rest der Morianstraße dran glauben. Dieses nach innen gekehrte City in der City“-Konzept als Fortschritt für Wuppertal“ zu verquacksalbern, ist für die umliegenden Geschäfte und Bewohner wie Blausäure als Heilmittel zu servieren. Die Stadt muss sich klar darüber sein, dass sie bei einer positiven Begleitung“ der ECE-Erweiterung auch anderen Projekten die Genehmigung nicht versagen kann: Da stehen nämlich nochmal 20.000 Quadratmeter am neuen Hauptbahnhof und die Clees-Pläne im Raum, Einzelhandel in der Eisenbahnverwaltung unterzubringen…“
Norbert Bernhardt

Wie passt das zusammen?
„Die Ausdünnung im Busliniennetz wird mit demographischem Wandel begründet, Schwimmbäder sind nicht mehr finanzierbar, das Schauspielhaus wird aufgegeben, das Schauspiel-Ensemble verkleinert, Kirchen geschlossen. Das Stadtbild zu pflegen ist an vielen Stellen nicht mehr möglich, weil kein Geld da ist. Selbst für Saturn lohnt sich die Barmer City nicht mehr. Wie passt das zusammen mit einer Argumentation für neue Autobahnen, Ikea oder einer Erweiterung der City-Arkaden? Wie kann es sein, dass in der selben Stadt für das eine kein Geld da, für das andere jede Investition möglich ist? Wem gehört Wuppertal? Der Stadt, den Menschen? Wer gestaltet unseren Lebensraum, wenn die Innenstädte ausländischen Investoren gehören? Wann gibt es in Wuppertal ein Umdenken, das eine nachhaltige und ganzheitliche Statdtentwicklung verfolgt, anstatt sich dem Ausverkauf an Heilsbringer der Konsumtempel auszuliefern? Gefährlich, wenn man sich abhängig macht von Unternehmen, deren Standortbindung statt von regionaler Identität und gesellschaftlicher Verantwortung allein von Gewinn und Verlust bestimmt wird.“
Christina Marquardt

Umzingelt von Beton
„Sind wir nicht genügend umzingelt von gläsernen, düsteren Betonbauten? Es wird niemand behaupten, dass die City-Arkaden schön anzusehen sind mit ihrer „Tunnel“-Überbauung an der Morianstraße. Und jetzt soll dieser Betonklotz auch noch ausgeweitet werden. Wir haben doch schon so ein schönes Beton-Exemplar am Islandufer an der Ohligsmühle. Gehen unsere Stadtoberen eigentlich nicht gerne an der frischen Luft durch die Stadt, um gemütlich Einkäufe in einladenden Einzelhandelsläden (die unterstützt werden und geschaffen werden müssen) zu tätigen?
Vielleicht noch umgeben von ein paar Bäumen, Blumen und Pflanzen – die man ja leider mittlerweile auch verzweifelt suchen muss. Ich kann so eine Politik nicht verstehen.“
Iris Bunke

Zugebauter Stadtteil?
„Ich glaube nicht, dass sich die Elberfelder so einen zugebauten Stadtteil gefallen lassen.“
Horst Großewiese

Freisicht wird versperrt
„Ich halte die City-Arkaden, so wie sie jetzt sind, für völlig ausreichend für eine Stadt mit der Größe von Wuppertal. Eine Erweiterung bis zum Platz am Kolk halte ich für unnötig. Es wurde ohnehin schon zu viel zugebaut. Man schaue zur Ohligsmühle. Ich denke, dass ein Ausbau dem Stadtbild von Elberfeld nicht gut tut. Grünflächen müssen weichen und / oder Freisicht wird versperrt.“
Sven Soriano

Von langer Hand geplant?
„Im Zentrum Elberfelds formiert sich ein Schildbürgerstreich erster Güte, wahrscheinlich von langer Hand geplant und noch länger geheimgehalten. Ich spreche von den raumgreifenden Ambitionen der City-Arkaden mit Stoßrichtung Postamt, Platz am Kolk, „Rex“-Theater. Schützenswürdig ist einzig die Kirche am Kolk. Diese Kirche darf zugebaut werden? Wo sind wir denn? Die Stadt sieht ihre Gewerbesteuereinnahmen erhöht – was gibt es Besseres? Die Straße Kipdorf würde am Kolk-Ende geschlossen: So entfällt dringend benötigte Laufkundschaft für Läden und Gastronomie am Hofkamp-Ende. Wie lange lassen wir uns diese hinterrücks eingefädelte Politik noch gefallen? Oder freuen wir uns alle so auf den neuen Döppersberg, dass wir für das Erfassen von Schandtaten wie das Zubauen einer Kirche blind sind?“
Stefanie Evald

Warum immer Klein-Klein?
„Da wird sich die Stadt Wuppertal doch nicht schon wieder das Heft aus der Hand nehmen lassen? Anstatt nur dann einer Arkaden-Erweiterung zuzustimmen, wenn dami die desaströse Hinterhofsituation im Bereich Kipdorf beseitigt wird – was auch eine bessere Anbindung zum Hofkamp/Neuenteich brächte – werden jetzt Pläne geprüft, mit denen man das Stadtbild weiter ruiniert. Auf welcher Seite stehen unsere Stadtoberen? Ich gehe davon aus, dass die Politiker eine Kommune den Bürgern verpflichtet sind. Leider sieht die Realität anders aus. Kaum taucht ein Investor auf und winkt mit Gewerbesteuern und Arbeitsplätzen, schreien alle laut Hurra. Mir fällt kein Beispiel ein, wo es langfristig gelungen wäre, durch eine Mehrung von Konsummöglichkeiten eine Stadt attraktiver zu gestalten. Warum auch, wenn Remscheid, Solingen und alle anderen genauso langweilig denken? Wo ist die Attraktion, die uns von anderen unterscheidet? Schwebebahn, Zoo und Pina Bausch allein werden diese Stadt nicht in die Zukunft führen können. Das ist zu wenig. Wo ist der Plan, der zeigt, wo diese Stadt in 50 Jahren stehen soll? Stattdessen nur Klein-Klein. Wir brauchen dringend mutige, kreative Menschen mit Visionen. Mit dem vorhandenen Personal ist nicht zu rechnen.“
Dirk Brand

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